Keine halben Sachen – Verzicht, Verstand, Versuchung?

Sinnkrise und andere Schwierigkeiten

Heute kommt mal ein ungewohnter Blogeintrag von meiner Seite. Ethisch, philosophisch, moralisch oder einfach nur eine kleine Sinnkrise, egal was, aber vielleicht könnt ihr mir dabei helfen?

Nach nun etwa fünf Monaten Schreiberei für Hipsterfood passiert etwas mit mir und erste Zweifel stellen sich ein. Ich bin dankbar für jedes Feedback und jede Meinung. Habt ihr etwas ähnliches erlebt? Kennt ihr diese Momente? Was denkt ihr über den Blog? Weitermachen wie bisher oder wünscht ihr euch eine bestimmte Richtung?

Sinnkrise und Grundsatzfrage

Als ich am Anfang mit meinem Mann Bernd mit Hipsterfood angefangen habe, wurde ich von einer großen Euphorie mitgerissen. Pure Begeisterung über jedes neue Produkt und jedes laktosefreie Restaurant, das ich finden konnte. Die Idee war geboren: wir machen einen Blog über laktosefreie Artikel, Restaurants und Rezepte. Und da wir auf gute Produkte achten, muss die Bio-Schiene auch unbedingt mit rein.

Wir haben viel positives Feedback bekommen und zahlreiche Likes bei Facebook. Wir stehen bei fast hundert Likes. Das ist nicht viel, aber für etwas, das wir nur als Hobby nebenbei betreiben, doch schon eine kleine (klitzekleine!) Bestätigung.

Am Anfang habe ich mich vor Ideen fast überschlagen. Im Supermarkt wurden Regale fotografiert, wenn etwas Interessantes dabei war, ständig wollte ich Neues lesen, Unbekanntes entdecken und dieses Wissen mit anderen Betroffenen teilen. Ich habe mich schon fast gefühlt wie ein Laktose-Junkie, immer auf der Suche nach dem leckersten Produkt, dem besten Restaurant, dem süßesten Kuchen und dem besten Sahne-Schuss…

Richtung gefunden? Weg verloren?

Aber in letzter Zeit passiert etwas. Ich habe Angst, meine Richtung zu verlieren, denn ich merke, dass sich in den letzten Monaten auch in meiner Person einiges geändert hat. Nein, das ist falsch ausgedrückt. Ich habe keine Angst, meine Richtung zu verlieren, vielmehr weiß ich gerade nicht, was meine oder unsere Richtung IST.

Wen wollen wir ansprechen, wer liest diesen Blog, was wollen wir mitgeben?

Teilzeit-Leben

Ich bin vieles, aber vieles nie ganz, eine Art Teilzeit-Vegetarier-Veganer, Vollzeit-Laktoseintolerante und Freiberufler-Bio-Konsument.

Ich bin laktoseintolerant, ja, das bin ich. Vollzeit sogar;-) Immerhin etwas.

Ich esse fast kein Fleisch, inetwa alle drei Wochen einmal. Somit bin ich auch kein Vegetarier, sondern „Flexitarier“. Aber mir ist artgerechte Tierhaltung wichtig, deshalb esse ich nie, NIE wieder Fleisch aus Massentierhaltung. Mindestens Bioland, Neuland oder Demeter muss es schon sein. Wenn es das nicht ist, esse ich es nicht und bin dann doch eben mehr Vegetarier als Fleischesser.

Vegan, nein, das bin ich auch nicht, aber ab und zu schon. Irgendwie zumindest. Auf 400 Euro-Basis? Ich esse keine Eier mehr, die nicht aus Bio-Haltung stammen. Die Konsequenz ist: kein Kuchen mehr aus dem TK-Regal, vom Supermarkt, Bäcker oder im Café. Ich möchte keine Eier aus Legebatterien, ich könnte sie sowieso nicht mehr genussvoll essen. Und was ist mit Milch und Käse? Auch hier muss ich passen. Ich habe angefangen mit laktosefreier Milch, die gängigen Marken, die laktosefreie Milch anbieten. Aber auch hier bin ich immer mehr auf den Trichter gekommen: nein, das ist falsch. Die Milch, die für die Kälber gedacht ist, wird von uns getrunken. Die Kälber werden mit billlig produzierten Milchpulver oder sonstigem Zeug aufgezogen. Und der Kreislauf beginnt von neuem.

Ich möchte aus diesem Kreislauf ausbrechen.

Ja, Bio ist in gewissem Maße die Alternative, auf jeden Fall die bessere, wenn auch nicht immer die optimalste Lösung. Die Produkte sind nachgewiesen gesünder, enthalten weniger Schadstoffe und belasten den Boden weniger. Nun kaufe ich nur noch laktosefreie Bio-Milch, und auch diese in reduzierterem Maß als vorher. Statt dessen tümmeln sich häufig Vanille-Soja- und Schoko-Haferdrinks in meinem Schrank. Ich denke: lieber den Kaffee halb mit Kuhmilch und halb mit pflanzlichen Produkten trinken als das volle Kuhmilch-Programm anwenden. Ich merke, dass ich nicht komplett auf alles verzichten kann. Käse kann ich nicht komplett entsagen und Eiern auch nicht. Ich kann den Konsum herunterschrauben, aber ganz aufgeben? Und wenn man nach 4 Wochen gebratenen Bio-Speck isst, ist der Genuss für mich unvergleichlich.

Ist das eine verklärte Sicht auf die Dinge?

Aber ist es nicht besser, bewusst weniger zu essen als sich komplett zu kasteien? Es ist traurig, wenn man angegriffen wird, und interessanterweise kommen die Angriffe aus beiden Richtungen. Sowohl fanatische Veganer werden meine Einstellung genauso wenig verstehen wie Fleischesser. Wenn man ein Video postet über Tierhaltung, werde ich schon von Fleischessern angegriffen (Zitat: „Geht euch dabei einer ab?“), schreibt man was über Eier oder Neuland-Fleisch fühlen sich die Veganer betrogen. Mehr Toleranz auf beiden Seiten wäre manchmal wohl wünschenswert. Warum wird man von beiden Seiten angegriffen? Liegt es daran, dass ich mich nicht ganz auf eine Seite schlagen kann? Aber macht mich das zu einem schlechteren Menschen? Alles, was ich versuche ist, einen Weg zu finden, den ich angemessen finde.

In gewisser Weise verstehe ich Menschen, die mich deshalb angreifen. Ja, ich sollte Veganerin sein. Ich liebe Tiere und ich weine angesichts der grausamen Bilder. Man fragt sich immer wieder: warum gibt es so etwas? Warum werden die Tiere so gequält? Warum? Die Antwort kennen wir: Wegen uns. Wegen unserem unbändigen Hunger auf Fleisch. Wegen unserem geliebten Würstchen und unserem Grill-Schnitzel. Wir wissen das schon immer, und trotzdem blenden wir es die meiste Zeit aus. Warum fällt es uns so schwer, der tierischen Ernährung vollkommen zu entsagen? So viele Leute haben Haustiere, Hunde, Katzen, Hasen, whatever. Sie regen sich alle furchtbar auf, wenn Hunde oder Katzen gequält werden, schimpfen über Tierquäler und dergleichen. Um sich dann an der nächsten Bude einen Lamm-Döner, Kalbfleisch oder ein leckeres Hühnchen reinzupfeifen. Warum tickt der Mensch so? Warum bringen wir diese Dinge so selten in Zusammenhang und wieso ist es so schwer, sich davon zu lösen?

Die Laktoseintoleranz hat mich überrascht, aber ich habe mich richtig mit ihr angefreundet. In gewisser Weise hat sie mir einen Weg gezeigt, Dinge neu in Frage zu stellen. Ich habe angefangen, zu hinterfragen, was Milchzucker in Brötchen, in Soßen, in Brühe, in Wurst, in Keksen und in Chips zu suchen hat. Und kaum sucht man Laktose auf der Zutatenliste, entdeckt man in Chips Zutaten wie Fischsoße. Verdammt nochmal, WARUM? Auf einmal begreife ich: Gummibärchen, Chips und selbst Kräuterquark sind manchmal nicht vegetarisch und enthalten Gelatine aus Tierknochen, Fischextrakte und Milchpulver. Muss das eigentlich sein? Möchte ich so etwas wirklich essen?

Ich bin dankbar dafür, es ist gut, dass es so gekommen ist, es ist gut, dass ich nun mehr wissen möchte, mehr nachhake, mehr nachspüre, was passiert in unserer Welt. Ich spüre selbst, dass man, je mehr man über Ernährung liest, den Drang bekommt, in gewisser Weise zu „missionieren“. Ich tue das ganz bewusst nicht (hoffe ich!) und ich kann auch entspannt grillen, wenn jemand neben mir Fleisch aus dem Supermarkt isst. Aber manchmal fängt es an, regelrecht weh zu tun. Es passiert einfach und man fragt sich, warum nicht mehr Menschen bewusst, vegetarisch oder vegan leben. Je höher die Bildung, desto mehr weiß man doch über die Missstände. Wieso leben dann nur so wenige Menschen vegetarisch oder vegan? Und wieso schaffe ICH das nicht?

Milch trinken um jeden Preis?

Ich stehe gerade an einem Punkt, da ich nicht weiß, in welche Richtung ich gehen soll. Ich möchte über viele laktosefreie Produkte schreiben, da sich gerade in letzter Zeit sehr viel tut. Ich scheitere aber daran, dass ich nicht mehr alles ausprobieren WILL, eben weil ich es nicht gut finde, wie bestimmte Lebensmittel hergestellt werden, wie sie produziert sind.

Ist es nicht verrückt, was wir Laktoseintoleranten tun? Wir vertragen keinen Michzucker, offensichtlich. Wir kriegen Bauchkrämpfe, Durchfall und Schlimmeres davon. Und was tun wir? Wir essen normal weiter und schlucken Laktase-Tabletten, damit der Milchzucker aufgepalten werden kann und wir ihn somit verdauen können.

Ich weiß, dass die Tabletten nicht schädlich sind und nur ein Enzym-Ersatz für ein körpereigenes Enzym sind, das nicht (mehr) ausreichend vorhanden ist. Nachdem ich mich nun aber auch schon länger mit Ersatzprodukten beschäftige und sehe, was alles nun laktosefrei produziert ist, stelle ich mir doch öfter die Frage: Muss ich tatsächlich ein Produkt essen, das chemisch für mich verträglich gemacht wurde oder sollte ich nicht lieber gleich komplett darauf verzichten? Mein Körper sendet mir schließlich ein Signal, dass er keinen Milchzucker verträgt. Wieso also kaufe ich dann Milchprodukte, in denen der Zucker bereits gespalten ist anstatt einfach auf Milchprodukte zu verzichten?

Zugegeben, dies ist eine Grundsatzfrage und hier kann man wild anfangen zu diskutieren. Die vegane Ernährung ist in meinen Augen nicht einfach ein Trend, sondern eine bewusste Lebensentscheidung, die den Lebensstil maßgeblich beeinflusst. Es macht das Leben in vielerlei Hinsicht kompliziert (Essen gehen, einkaufen, sich erklären), ist teilweise recht kostspielig (insbesondere im Vergleich zu Produkten aus der Massentierhaltung) und man muss versuchen, Mangelerscheinungen vorzubeugen. Es sollte aus meiner Sicht also eine überlegte Entscheidung sein und kein Entschluss aus Lust und Laune. In Städten wie Berlin mag es den Anschein haben, dass der Trend-Gedanke im Vordergrund steht, da sich gerade viel in diese Richtung entwickelt. Aber ich glaube, es ist genau anders: Es werden lediglich Bedürfnisse erkannt und gestillt. Die veganen Läden und Restaurants sind immer voll, und sie sind vielleicht deshalb hip und trendy, da man weg will vom Ökolatschen-Image. Nur weil man vegan is(s)t, ist man kein Pseudo-Hippie und Pflanzenstreichler. Veganer kauen nicht an Grasstängeln herum oder essen tagtäglich Grünkernbratlinge. Man muss weder vegan sein, um cool oder hip zu sein noch, noch um sich besser zu fühlen als andere. Und es geht nicht darum, ein „Bessermensch“ zu sein. Es ist vielmehr eine Einstellung zum Leben, ein JA zum Leben und eigentlich nichts anderes als das,was Buddhisten tun: nicht nur das Leben des Menschen, sondern auch das des Tieres zu schätzen.

Ich erkenne das immer mehr. Sobald man sich mit gesunder Ernährung und Inhaltsstoffen auseinandersetzt, kommt man nicht drumherum, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Und langsam schleicht es sich ein und gewinnt immer mehr an Form. Das ist gut so.

Der Weg, den ich eingeschlagen habe, führt meines Erachtens in die richtige Richtung. Es fällt nicht immer leicht, aber ist nicht vieles, das sinnvoll ist, auch gleichzeitig eine Art Verzicht? Gemeinnützige Arbeit bedeutet Verzicht (auf ein angemessenes oder auf überhaupt ein Gehalt), altruistisch zu sein bedeutet ein Verzicht, da man sich selbst zurück stellt.

Zu viel Kopf?

Trotz allem habe ich mittlerweile Angst, unsere Blog-Leser vor den Kopf zu stoßen.

Vegane Leser freuen sich bestimmt nicht, wenn ich über Neuland-Fleisch schreibe. Und sind laktoseintolerante Fleischesser genervt, wenn ich zum wiederholten Mal über vegane Würstchen schreibe? Ich kann es nicht allen recht machen und vielleicht lesen viele diesen Blog, die genauso denken wie ich, die bewusst leben, einkaufen und sich Gedanken machen. Die neugierig sind auf neue Produkte oder auf Testberichte, egal welcher Art.

Was denkt ihr?

12 Comments

  1. Oha… Da hast Du aber eine große Hausaufgabe gestellt. Dein langer Text erfordert konzentriertes Lesen und Nachsinnen. Für mich ist das Internet – speziell das WWW – ja ein Raum des schnellen Lesens.

    Das wäre bei Deinem Beitrag aber völlig daneben… Ich muss mir wohl etwas Zeit nehmen für Deinen Text. Ich bin gerade hin- und hergerissen zwischen „moralischem Zeigefinger“, absolutem Verständnis und auch Dankbarkeit, dass ich mich hier herumtreiben darf. 😉

    Daher braucht ein ordentlicher Kommentar auch Zeit – ich will ja nicht immer wirr erscheinen. 😀 Vor allem muss ich meine Lesegewohnheiten von „Scannen von Texten“ wieder auf „Lesen von Texten“ umstellen. 😉

    1. Ich bin gerade erst auf deine Seite gestoßen, da in letzter Zeit meine Verdauung verrückt spielt und der Verdacht auf eine Laktoseintoleranzn besteht. Kurze Zeit vorher hatte ich beschlossen bewusster zu leben und darauf zu achten, kaum noch Fleisch zu essen und weniger Tierprodukte zu essen.
      Nun stelle ich mir häufig die Frage: Was kannst du noch essen? In welchen Lebensmitteln ist versteckte Laktose enthalten? Was esse ich, wenn ich in normalen Restaurants essen gehe? Sojamilch oder lieber -L-Milch?
      Dazu habe ich noch eine ziemlich dolle Pollenallergie und das Beste und schnellste, was gegen einen Anfall geholfen hat, war frische Vollmilch. Seitdem ich versuche auf Milchprodukte zu verzichten, hat sich mein Heuschnupfen stark verschlimmert. Ich denke, es kommt daher, dass ich nun zu wenig Ca in meinen täglichen Essgewohnheiten zu mir nehme.

      Also du sieht, nicht nur du versuchst den besten Weg für dich zu finden 😉 Ich denke, jeder hat seine persönlichen Ziele und Wünsche für seine Ernährung und wenn jemand über einen Artikel nicht einverstanden ist, dann soll er ihn nicht lesen, sondern überspringen. Mach dir nicht so viele Gedanken über andere, sondern schreib über das, was dich beschäftigt.

      Viele Grüße und ich freue mich, deinem Blog und damit deiner Ernährungsreise folgen zu dürfen 🙂

  2. Ich habe bis jetzt noch nie einen Kommentar hinterlassen, aber seit einer Berlin-Dienstreise lese ich deinen Blog sehr gerne und regelmäßig! Vielen Dank für die ausführlichen Infos! Sie waren gerade in Berlin super hilfreich!
    Ich bin eine Laktose-intolerante Vegetarierin. Vegetarisch lebe ich seit 17 Jahren, von der Laktose-Intoleranz weiß ich seit 4 Jahren. Zusätzlich habe ich noch eine Histamin-Intoleranz, die sich aber im Laufe des letzten halben Jahres etwas zurückzieht.
    Ich kann deine Gedankengänge vollkommen nachvollziehen!! An sich habe ich immer das Gefühl vegan leben zu „sollen“, aber da ich u.a. auch keine Sojaprodukte vertrage und erst seit kurzem wieder Weizen, ist das keine einfache Alternative für mich. In den letzten Jahren gab es bei mir oft Ziegenkäse, mal laktosefreien Joghurt und regelmäßig laktosefreien Quark. Als Milchersatz habe ich aber nur Hafer-, Dinkel- oder Reismilch getrunken. Alles was Richtung (Schalg)Sahne ging, war aber nicht möglich, Soja geht ja nicht. Ich backe eigentlich immer vegan, ohne Eier, aber gelegentlich esse ich Bio-Eier (aber wirklich nur die). Seit einem halben Jahr hat mich aber die Auswahl an neuen laktosefreien Produkten zu mehr Milch-Konsum verführt. Ich habe eine Milchsorte gefunden, die ich vertrage, sogar Sahne und Frischkäse. Kochen und Einkaufen ist plötzlich wieder einfacher geworden und auch andere Menschen können wieder viel einfacher für mich mit kochen und backen. Leider sind die wenigsten Produkte davon Bio, das stört mich sehr. Von ganzen „Fertigprodukten“ mit unnötigen Inhaltsstoffen halte ich mich weiterhin fern. Aber, wie du ja auch schon schreibst, ist Laktase nicht auch genauso ein unnötiger Lebensmittelzusatz? Ich kann deine Aussage, dass es verrückt ist, was wir Laktoseintoleranten tun, vollkommen unterstützen. Genau dieser Gedanke verfolgt mich auch und ich überlege, wieder den Weg zurück zur fast veganen Ernährung (mit ein paar wenigen Ausrutschern pro Woche) zu gehen, zumindest die laktosefreie Milch im Müsli ist vollkommen unnötig. Mal schauen, wie sich meine Ernährung weiter einwickelt….
    Was ich jedoch eigentlich sagen wollte, ich finde deinen Blog toll und freue mich, wenn du weiterhin über neue Produkte schreibst. Sogar die Berichte über Fleisch finde ich als Vegetarierin gut! Als wir in Berlin zu Besuch waren, haben dadurch alle meine Kollegen nur Bio-Fleisch gegessen. Und das empfinde ich schon als eine große Verbesserung. Also ich freue mich über jeden Testbericht zu veganen, vegetarischen, laktosefreien und/oder Bioprodukten! Ich finde, deinen Lebensweg als Bio-Flexitarier und Teilzeit-Veganer sehr gut.
    Viele Grüße und nicht zu viel Nachdenken, Hauptsache du bist glücklich 🙂

    1. Danke liebe Simone für deinen total netten und ausführlichen Kommentar! Es tut einfach gut, wo etwas zu lesen! Du scheinst es mit deinen Unverträglichkeiten auch nicht leicht zu haben. Sojaunverträglichkeit PLUS Laktose-Intoleranz ist echt sehr sehr fies! Da fällt ja wirklich ein riesiger Teil an Alternativen weg!
      Ich frage mich auch immer: was machen Vegetarier mit Zöliakie? Das stelle ich mir noch komplizierter vor, da ja noch nicht einmal die ganzen Seitan/Weizen-Alternativen in Frage kommen. Echt schwierig. Ich bin froh, dass sich in den letzten Jahren so viel tut, aber wahrscheinlich ist das nur die bittere Konsequenz der ganzen Jahre, in denen man mit ungesunden Produkten von der Industrie „vergiftet“ wurde. Einfach crazy, was wir Menschen uns selbst antun, oder?
      Hast du mal Reismilch-Sahne probiert? Ich weiß zwar nicht, ob die sich gut aufschlagen lässt, aber geschmacklich finde ich die ganz gut und besser als Sojasahne. Und erzählen die Vegan-Köche nicht immer von Mandelmousse als Sahne-Ersatz? Wird höchste Zeit, dass ich mir mal ein veganes Kochbuch kaufe. Du kennst die Alternativen wahrscheinlich eh viel besser als ich.
      Was die Laktose-Intoleranz betrifft: ich verstehe auch nicht, dass es erst so wenige Bioprodukte gibt, aber ich glaube, dass es auch hier in den nächsten Jahren einen Wandel geben wird. Ich habe bisher noch keinen einzigen laktosefreien Bo-Frischkäse gefunden, der von der Konsistenz und vom Geschmack wie Frischkäse war. Es ist immer nur eine Art Schmand, aber das schmeckt nun einmal vollkommen anders. Aber ich halte die Augen offen und teste munter weiter! Vielleicht gibt es da ja bald bessere Alternativen für uns!
      Danke noch einmal für deinen Kommentar und alles Gute!

  3. Wen wollt ihr ansprechen…? Nun ja, ich finde, Ihr habt schon eine große Bandbreite. Mir ist z. B. am Anfang gar nicht aufgefallen, dass es bei Euch auch um Fleisch geht – was ich nebenbei fies finde. – Aber ich finde auch Pop-, Schlager- und deutsche Volksmusik fies. 😉

    Also ich finde ja, dass Ihr nicht unbedingt ein spezielles Publikum anpeilen solltet. Es sei denn, ihr wollt Geld damit verdienen.

    Was ich allerdings jetzt ein bisschen – na ja, wie drücke ich es jetzt nett aus – merkwürdig finde, sind diese „ich esse aber Bio“-Argumente. Die sind nämlich allesamt keine wirklichen Argumente. 😉

    Ich denke, da sollte man lieber mal nichts sagen. 😉 Ich war fleischesser durch und durch und finde, ich habe nur durch meine Ernährungsumstellung gewonnen. Viele Geschmacksrichtungen, Zubereitungsarten usw. hätte ich niemals kennengelernt, wenn ich nicht zunächst Vegetarier und dann Veganer geworden wäre.

    …und das mit der Milch und den Eiern… Ich glaube, Du hast schon genug davon gehört, warum das böse ist. Ach so: Facebook ist übrigens auch böse. Google auch. 😀

    Jetzt habe ich das Wort „Veganer“ gesagt. Ich persönlich finde ja viele Veganer einfach zu militant. Mit ein wenig mehr Freundlichkeit wäre die Überzeugungsfähigkeit wahrscheinlich viel höher. Ich bemühe mich ja, eben nicht militant zu sein. Mein 7jähriger Sohn, der das Glück hat, bei mir alleine aufzuwachsen, ernährt sich ja auch noch teilweise „normal“. Er isst in der Schule z. B. Fleisch. Zuhause aber nicht, weil ich Fleisch mittlerweile eklig finde.

    Oh… Ich sehe gerade, Du bringst die ganzen Argumente gegen Fleisch ja selbst. Na, da kann ich doch erst recht total entspannt sein. 😀
    Da ich aber noch nicht sooo lange Vegetarier usw. bin (Vegetarier seit Februar, Veganer erst seit Anfang diesen Monats) wusste ich z. B. noch nichts von dem Fischzeug in Chips. DAS IST JA MAL FIES. Ich esse doch immer Chips mit meinem Sohn beim Fußball… (gucken natürlich nur! :D)

    Ach so… Das mit den Mangelerscheinungen bei Veganern halte ich für großen Quatsch. Ich z. B. ernähre mich jetzt ausgewogener und gesundheitsbewusster als vorher als ich noch Fleisch gegessen habe. Ich denke, die „Normalesser“ sollten mal eher auf ihre Ernährung achten. Man frage sich nur mal, wer denn hier fett ist, unter Bluthochdruck leidet usw. Aber Hauptsache, der b12-Haushalt stimmt! 😀 😀 😀
    Das mit dem B12 ist ja außerdem noch strittig. 😉

    Zu Deinem Weg… Also ich mag Deine Seiten. Das mit dem Fleisch muss ich dann wohl überlesen. (War mir zunächst auch gar nicht aufgefallen.)
    Wenn sich Veganer aufregen… …ist das eigentlich Quatsch. Du zeigst doch die Tendenzen, dass Du Veganismus in Betracht ziehen könntest. Da sollte man sich doch freuen und sehen, dass es immer mehr Menschen gibt, die nachdenken.

    Dass Du nachdenkst zeigt Euer ganze Blog. Also ich lese hier gerne, weil er nett geschrieben, aufbereitet usw. ist.

    Du solltest Dir weniger Gedanken machen, einzelne zu nerven. Ich denke, Ihr werdet dadurch nicht ärmer. Euer Seelenheil sollte auch nicht davon abhängen.

    Aber das mit dem Nachdenken kenne ich. Dieses Nachdenken hat mich dazu gebracht, sämtliche soziale Netzwerke zu verlassen.

    So, jetzt habe ich viele Worte gemacht, aber was denke ich. Eigentlich denke ich nur: Mach doch einfach weiter so! Wenn es etwas weniger sein sollte, weil Du keinen Bock mehr hast über Version X eines Produktes zu schreiben, dann soll es wohl so sein.

    Du sollst Dich wohl fühlen und dann fühlen sich auch Eure Leser wohl.

    Ach so… Ich kann es mir jetzt nicht verkneifen…

    Also… Böse sind:
    * Fleisch
    * Facebook
    * Google und
    * unsere Bundesregierung.

    😀

    1. Danke Wolle für deinen witzigen, lesenswerten, ausführlichen und nachdenklichen Kommentar!
      Ich verstehe auch, dass man es als Leser inkonsequent findet, wenn ich mal über Fleisch schreibe (zumal im Header Vegetarisch-vegan-laktosefrei-Bio steht). Es ist schwierig, das einzugrenzen, da der Schwerpunkt sich ja immer mehr herauskristallisiert. Da spielt Fleisch eine absolute Nebenrolle. Die Fleisch-Artikel bezogen sich auf Restaurants, in denen es Neuland-Fleisch gibt.
      Ja, über Bio und Neuland streiten sich die Geister. Ich denke eben, dass WENN man schon nicht komplett dem Fleisch entsagen kann (was ich verstehen kann, denn es ist eben auch ein großer Schritt für viele), ist es besser, wenigstens Fleisch aus einigermaßen vernünftiger Produktion zu essen. Wobei das Wort „Produktion“ für ein Tierleben natürlich wieder sehr unangemessen ist. Aber wenigstens haben Neuland-Tiere viel Freilauf genossen, auf Stroh gelegen und konnten in vielen Bereichen ihren natürlichen Instinkten nachgehen. Sicher wird das auch beschönigt, da das Tier trotzdem ein Nutztier bleibt und am Ende getötet wird. Aber wie gesagt, WENN Fleisch, dann doch lieber bewusst dieses als das aus der Massenproduktion. Viele Bekannte von mir wurden dadurch schon angeregt und essen bewusster oder auch mal vegan, obwohl sie eigentlich ganz normale Fleischesser sind. Ich freue mich dann schon über jeden, der einfach mehr nachdenkt und häufiger vegetarisch isst . Wo der Weg dann hinführt, ist offen, aber je weniger von diesem Billig-„Mist“ gekauft wird, desto besser.

      Es ist für mich ähnlich wie bei exotischen Früchten. Fast jeder liebt Bananen, Ananas oder Mango. Und wenn es schon sein muss (trotz der fragwürdigen CO2-Bilanz), dann halt lieber Bio oder Fairtrade, dass wenigstens die Bauern weniger unter der Chemikalien-Belastung leiden und einigermaßen gut abschneiden (sagen wir mal, den Umständen entsprechend gut).

      Wie gesagt, ich finde alle diese Fragen mehr als schwierig, aber ein vernünftiger Umgang mit Ernährung, Lebensmitteln und Tieren sollte unbedingt sein .

      Es gibt auf der ganzen Welt leider noch so unendlich viel Handlungsbedarf!

      Bei den Mangelerscheinungen hast du wohl auch Recht. Die meisten, die sich entscheiden, vegan oder vegetarisch zu leben, kennen sich mit Ernährung und der Gemüse-Vielfalt garantiert besser aus als das Gros der Fleischesser. Nur leider gibt es ja Menschen, die eine Entscheidung aus schwer nachvollziehbaren Beweggründen heraus treffen (à la: mein Freund ist Vegetarier, deshalb ich jetzt auch) und da wird glaube ich oft zu wenig nachgedacht, dass man die Vitamin- und Nährstoff-Vielfalt (z.B. Eiweißquellen wie Linsen oder Haferflocken) nicht vernachlässigen sollte.

      So, das ist jetzt länger geworden als geplant;-)

      Vielen Dank für deine Anregungen, ich lese deine Kommentare echt gerne, denn Du hast eine witzige Schreibe!;-)
      Und bei deiner „Böse“-Auflistung musste ich sehr schmunzeln (und teilweise laut lachen) und ganz heimlich still und leise mit dem Kopf nicken;-)

      DANKE!

  4. Hallo,

    ich finde du solltest auf gar keinen Fall aufhören diesen Blog zu führen, denn ich denke es gibt genug Leute die du auch genau damit ansprichst. #

    Ich verstehe deine Bedenken, denn mir geht es genauso. Ich bin laktoseintolerant und seit einem JAhr Vegetarierein(habe vorher seit Jahren nur noch Huhn gegessen). Nun bin ich aber in der selbe Sinnkrise wie du, müssen wir diese Produkte die extra für uns gemacht sind essen…mmhh die Versuchung sowas mal wieder zu bekommen ist leider manchmal so groß, obwohl dann auch in vielem wieder Fleisch drin ist. Das esse ich natürlich nicht.
    Durch die LI ist es beim Ausgehen immer einfacher veagn zu bestellen, oder im Biomarkt ein veganen Kuchen zu bestellen oder im Internet vegan zu bestellen. Ich esse schon viel vegan, warum dann nicht ganz Veganer werden…tja gute Frage, aber ganz auf Käse oder viele Produkte mit Eiern verzichten?! Ich weiß es auch nicht, aber damit geht dann auch einher, das man vegane Kosmetik(was ich teilweise schon mache) oder Kleidung kauft….was ist nun richtig.

    Ich denke auch wir können uns schon glücklich schätzen, das wir durch die LI einen gesunderen Umgang mit Lebensmitteln erfahren konnten. Ich empfinde es als bereicherung, das ich mich dadurch mit vielen Produkten auseinandergesetzt habe und bin erschrocken!!!! was die Industrie mit uns macht. Wir sind schon gute Menschen alleine weil wir uns damit auseinandersetzen und versuchen etwas zu ändern und den Konsum von Tierprodukten einschränken und Nachhaltig machen. Ich versuche auch kein Obst mehr zu kaufen, was einen langen Weg hinter sich hat, damit die CO2 belastung vielleicht mal weniger wird.

    Ich denke wir müssen auch kein schlechtes Gewissen haben wenn wir uns nicht richtig entscheiden können oder nicht konsequent vegan leben. Immerhin denken wir wenigstens drüber nach und haben schon etwas bei unserer Ernährung geändert.

    Also bitte behaltet diesen Blog bei, er hilft vielen, die auch in dieser Sinnkrise stecken.

    VG Sabrina

    1. Hi Sabrina! 1000 Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Ich glaube auch, dass sich das Denken verselbständigt, wenn man erst einmal damit anfängt. Es gibt dann keinen Schritt zurück, sondern nur viele Schritte nach vorne. Bei Kosmetik versuche ich auch seit längerem mehr darauf zu achten, aber es ist wirklich nicht immer leicht, alles richtig zu machen (und so etwas wie unbedenklichen Nagellack zum Beispiel habe ich bisher noch nie gesehen, aber wahrscheinlich steckt da einfach zu viel Chemie drin). Auf jeden Fall fühle es sich sehr gut an, dass andere genau die gleichen Fragen haben…..vielen Dank für’s mit mir/uns teilen!

  5. Liebe Vera,

    ich muss gestehen, ich habe nicht alles richtig gelesen. eher überflogen…aber „danke“ dass es so eine Seite gibt wie deine! es ist das erste Mal, dass ich irgendwas kommentiere…
    ich habe anfang des jahres einen kompletten check machen lassen. Gesundheitlich ging es mir nicht gut und das mitte 30. ich habe 2 monate komplett „diat“ gelebt. dh. keinen zucker, keine raffinierten kohlenhydrate plus meine eigenen Lebensmittel, die ich momentan nicht vertrage.
    Solche Seiten wie Deine, helfen leuten wie mir, die keine Ahnung von Intoleranzen haben, plötzlich nicht mehr alles essen dürfen und nicht verstehen, was noch geht und was nicht. und vor allem, wo kann ich im restaurant essen gehen ohne allen alles erklären zu müssen und dann doch das falsche essen zu bekommen!
    Ich habe gott sei dank keine intoleranzen, aber mein darm ist dermaßen „verseucht“ mit bakterien, dass es mir wie eine allergie vorkommt.
    mir geht’s mittlerweile richtig gut, alle nebenerkrankungen sind momentan richitg „leise“ und ich weiß das essen wieder mehr zu schätzen und gewisse Lebensmittel bzw. den ganzen fast food kram brauch/ will ich nicht mehr.
    bleib dabei, egal was sich ändert….
    und die seite ist für dich und nicht um es anderen „recht“ zu machen. Du bist dazwischen, na und ? davon gibt es ne ganze menge leute….
    lg aus berlin
    m.

    1. Danke liebe(r) M aus Berlin für den netten Kommentar! Ich drücke dir die Daumen, dass alles „leise“ und entspannt bleibt und du in Zukunft wieder genussvoll essen kannst. Gerade Magen/Darm-Geschichten sind natürlich sehr belastend und rauben viel Energie. Aber es geht sicher weiter bergauf! Viele Grüße

  6. Hey 🙂

    Ich muss zugeben, als ich eben auf deinen Blog gestoßen bin und ihn grob überflogen habe, dachte ich auch: „Hää Biofleisch… Daran ist doch nichts besser“.

    Aber nun denke ich, es ist dir auf jeden Fall bewusst, wie tierische Lebensmittel produziert werden, und was damit zusammen hängt. Und du isst bewusster bzw. bewusst weniger. Und ich denke das ist es, was zählt. Das man die ganze Thematik nicht ignoriert, sondern sich damit beschäftigt. Und versucht wenigstens etwas daran zu ändern.
    Natürlich ist das nicht optimal 😉 aber würden das alle so machen, wär schon echt viel geschafft.
    Außerdem machst du ja das ganze für dich, und nicht für deine Leser oder?

    (Übrigens machen manche Veganer auch Vegetarier fertig, was ich völlig daneben finde. Mit solch einer Aggressivität erreicht man gar nichts. Also lass dich nicht fertig machen, der Ton ist in diesem Bereich manchmal ziemlich heftig. 😉 )

    Grüße

    1. Hey Fryda,

      danke für dein Feedback!Ich mache den Blog schon für meine Leser und nicht vorrangig für mich;-) Steckt ja auch ein bissel Arbeit dahinter, aber es ist ja auch viel Spaß dabei. Das mit dem harten Ton habe ich inzwischen öfter gehört und ich werde einfach versuchen, mir ein dickeres Fell zuzulegen;-)
      Alles Gute für dich und viel Spaß auch weiterhin bei deinem Blog!
      Vera

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.